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Die besten Fußballfilme – Filmideen für die Winterpause

31. Dezember 2015 Harry Sport  

Deutschland-ein-Sommermaerchen
Bild: „Deutschland – ein Sommermärchen“ – Wer die
unvergessliche Zeit nochmals durchleben möchte,
greift zu Sönke Wortmanns Fußball-Doku. Bildquelle:
360b – 152937713 / Shutterstock.com
Gut 55 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung besitzen ein sehr starkes Interesse für Fußball. Auch wenn der Ballsport ursprünglich aus England stammt, mittlerweile ist das Kicken hierzulande heimisch geworden. Aktuell nähert sich die Winterpause in der Fußball-Bundesliga. Um die fußballfreie Zeit bestmöglich zu überbrücken, lohnt sich ein Blick in die Filmkiste. Denn hier lagert der eine oder andere Fußballfilm, der nicht nur einen Einblick hinter die Kulissen des Profisports gewährt, sondern auch Erinnerungen an eine mittlerweile fast vergessene Glanzzeit des deutschen Fußballs wieder wach werden lässt.

Fußball wie im Märchen – eine Reise durch die deutsche Fußballgeschichte

Zwar ist die deutsche Filmszene international nicht unbedingt berühmt-berüchtigt, nichtsdestotrotz liefert die deutsche Fußball-Historie den Stoff, aus dem Legenden gemacht sind. Glücklicherweise haben sich deutsche Regisseure aber ans Werk gemacht und die unvergesslichsten Momente auf Band festgehalten, sodass der Wandel von der Legende zum Mythos nicht zu befürchten ist.

Wer allerdings dennoch etwas an Erinnerungsverlust leidet, dem kann geholfen werden. Ganz oben auf der Must-see-Liste der deutschen Fußballfilme ist gewiss „Das Wunder von Bern“ zu finden. Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine Doku im eigentlichen Sinne, auf das memorable „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen!“ in Originalvertonung müssen Fußballfans aber nicht verzichten.


Sönke Wortmann hinterlegt die Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft während der WM 1954 und dem anschließenden Gewinn des Turniers mit der Geschichte einer deutschen Familie im Nachkriegsdeutschland. Für manch einen womöglich etwas zu viel Tränendrüsenspektakel, garantiert dieser Streifen jedem Fußballfan dennoch Gänsehautfeeling bis zum Schluss.

Bildquelle: wettfreunde.net

Bildquelle: wettfreunde.net

Sönke Wortmann führte auch beim womöglich faszinierendsten deutschen Fußballfilm Regie, der sich –muss man leider sagen – deutlich näher an den tatsächlichen Ereignissen orientiert. „Deutschland – ein Sommermärchen“ erzählt die Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft, viel mehr aber noch die Begeisterung einer ganzen Nation über die Weltmeisterschaft im eigenen Land.


Faszinierende Halbzeitansprachen, echte Männerfreundschaften, ein mehr als dramatisches Ende, das man eigentlich lieber überspringen möchte, sowie eine nie dagewesene Begeisterung und Lebensfreude in allen Teilen des Landes – dies alles macht den Reiz des deutschen Fußball-Sommermärchens aus, das bewiesen hat, dass Deutschland nicht nur eine große Fußballnation ist, sondern auch zu einem mehr als gastfreundlichen Land reifte.

EURO 2016 – neue Doku über die EM in Frankreich?

Ob deutsche Fußballfans auch im kommenden Jahr neuen Stoff für zukünftige Filmgeschichte erwarten dürfen, ist noch unklar. Möglich erscheint dies aber allemal. Bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich dürften einige verfilmbare Überraschungen zu erwarten sein, denn zum ersten Mal wird das Turnier mit 24 Mannschaften gespielt. Darunter ist beispielsweise die Slowakei, die zum ersten Mal bei einer EM-Endrunde mit dabei ist.

Dasselbe gilt übrigens auch für Albanien oder Wales, das letztmalig 1958 eine Qualifikation überstand. Ob auch diese Europameisterschaft Sensationen bereithält, wie den Triumph Griechenlands bei der EURO 2004 in eigenem Lande, bleibt abzuwarten. Regisseure dürften aber gewiss dramatisches Potential beim kommenden europäischen Fußballturnier vorfinden.

Bleibt letztendlich nur zu hoffen, dass die EM in Frankreich nur aus sportlicher Sicht dramatisch und spannend wird. Aufgrund der Anschläge von Paris gilt das EM-Turnier als terrorgefährdet und eine Dokumentation über den Terror in Frankreich zur EM 2016 möchte gewiss niemand sehen.

Ronaldo – Einblicke in die Welt des unnahbaren Fußballstars

Am 09. November kam „Ronaldo“ in die Kinos. Natürlich war der portugiesische Superstar nicht selbst zugegen, durfte aber auf der Leinwand bewundert werden. Der womöglich beste Fußballer der Welt wurde von Anthony Wonke, der unter anderem für den Film „Fire in the Night“ verantwortlich war, portraitiert.


Wie im echten Fußballerleben ist auch die Doku über Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, der 1985 in Funchal in Portugal geboren wurde und in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist sowie den frühen Tod seines alkoholkranken Vaters verkraften musste, etwas mehr als eine konventionelle Fußballer-Doku.

Fans erwarteten einen Blick hinter die Kulissen, wollten den Menschen Cristiano und nicht nur den Star, die Mode-Ikone und den permanent perfekt gestylten Weltfußballer sehen, wie er jedes Wochenende im Fernsehen zu bestaunen ist. Doch leider bleiben die privaten Momente rar gesät. Zwar erzählt seine Mutter Dolores Aveiro über die Kindheit ihres Sohnes, Ronaldos eigener männlicher Nachkomme wird beim Frühstück mit seinem Vater abgelichtet, das war es dann aber auch an Intimität.

Filmlänge

IMDb-Wertung

Regisseur

Erscheinungsdatum

Ronaldo

102 Minuten

6,5

Anthony Wonke

09. November 2015

Ansonsten strebt die auf Hochglanz polierte Dokumentation die Darstellung Ronaldos auf seinem Weg zum Weltfußballer an. Die permanente Rivalität zum Dauerkontrahenten Messi sowie Ronaldos Kampf um den Ballon d’Or bis zum letztendlichen Gewinn des goldenen Balles sind die wesentlichen Facetten des Films – etwas schade.

Von Zizou bis Scholl – die etwas weniger glanzvollen Fußball-Dokus

Dass Dokumentationen über Fußballer auch etwas weniger prunkvoll und aufgesetzt gestaltet werden können, das zeigen andere Filme, wie zum Beispiel die Doku über den – natürlich vor Christiano Ronaldo und Messi – womöglich besten Kicker Ende der neunziger Jahre und über die Jahrtausendwende hinaus. Die Rede ist von Zinedine Zidane, auch „Zizou“ genannt, dessen Name bereits wie ein einzigartiges Kunstwerk erscheint.

Die Doku mit dem Titel „Zidane“ erschien 2006 und zeigt vordergründig ein Spiel des Mittelfeldspielers im Trikot von Real Madrid. Spätestens seit seinen zwei entscheidenden Toren im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich gegen Brasilien stieg der von algerischen Einwanderern abstammende Fußballer zum unangefochtenen Superstar auf.

Im Film dürfen Zuschauer 90 Minuten lang das Spiel des ehemaligen Weltfußballers 2005 gegen Villareal beobachten – dank 17 Kameras, die ausnahmslos die Bewegungen eines einzigen Mannes einfangen – und zwar mit einer nie dagewesenen Intensität. Was erst einmal befremdlich klingt, entwickelt sich zu einem echten Doku-Spektakel für denjenigen, der sich auf den Film einlässt. Perfekt vertont und auch dank Zidanes Ausraster am Ende des Spiels höchst emotional – ein Muss für alle Fußballfans.

Filmlänge

IMDb-Wertung

Regisseur

Erscheinungsdatum

Zidane – ein Porträt im 21. Jahrhundert

90 Minuten

6,4

Douglas Gordon, Phillipe Pareno

24. Mai 2006

Wer lieber das Fußballerleben eines deutschen Kickers hautnah miterleben möchte, für denjenigen dürfte die Reportage über einen zugegeben etwas unkonventionellen, aber gewiss nicht weniger talentierten Fußballer einen Hingucker wert sein. Die Rede ist vom ehemaligen Bayern-Profi Mehmet Scholl, der wohl als einer der wenigen Fußballer bezeichnet werden darf, der sich von der großen Fußballindustrie niemals vereinnahmen ließ.

In knapp 84 Minuten wird das leider verletzungsanfällige Fußballerleben des Jungen aus Karlsruhe gezeigt, samt interessanter Kommentare von bekannten Weggefährten wie Oliver Kahn oder Uli Hoeneß. Scholl, der, wäre er nicht Fußballer geworden, laut eigener Aussage am liebsten als Spielerfrau gelebt hätte und auch einmal mit Kumpels „einen heben“ gehen wollte, zeigt in „Frei:Gespielt“ eine sehr menschliche und private Seite, die er zeit seiner Karriere der Öffentlichkeit nur selten offenbarte. Emotional, sehr interessant und immer mit der scholl’schen Prise Humor bestückt, garantiert die Scholl-Doku einen unvergesslichen Filmabend.

Filmlänge

IMDb-Wertung

Regisseur

Erscheinungsdatum

Frei:Gespielt – Mehmet Scholl: Über das Spiel hinaus

984 Minuten

7,2

Eduard Augustin, Ferdinand Neumayr

30. August 2007

Einen echten Filmtipp haben wir uns für den Schluss aufgehoben. „Der ganz große Traum“ mit dem deutschen Schauspieler Daniel Brühl zeigt, wie der Fußball überhaupt nach Deutschland gekommen ist. Lehrer Konkrad Koch bringt den Ballsport nach jahrelangem Aufenthalt im Mutterland des Fußballs in deutsche Lande und muss sich dabei gegen antiquierte Schulleiter durchsetzen. Lustig und beruhend auf einer wahren Begebenheit ist „Der ganz große Traum“ ein Film für Groß und Klein.


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