GB Pics

HD-Ready, Full-HD, 4K, 3D, was muss der Beamer fürs Heimkino können?

27. November 2013 Harry Technik  

beamer-acer
Trotz allen Raffinessen, die moderne Flachbildfernseher aufbringen: Ein Beamer kommt dem echten Kinogefühl doch noch um einiges näher. Aber Beamer eignen sich nicht nur für den Filmgenuss. Auch um sich Sportübertragungen in größerer Runde anzusehen, für Präsentationen oder für Videospiele sind sie optimal. Damit wären wir auch schon bei jenem Punkt, auf den es bei der Auswahl des richtigen Beamers ankommt, dem Zweck. Denn nicht jeder Beamer eignet sich für jeden Einsatzzweck gleich gut.

 

Winzlinge mit Ausdauer

Beamer, die mit LED-Lampen arbeiten, sind die Universalisten unter den Videoprojektoren. Sie sind klein, leicht und erschwinglich. Es gibt sogar Modelle, die sich an das Smartphone oder die Digicam anschließen lassen. Und die LED-Lampen haben einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Beamer-Lampen: Sie halten bis zu 20.000 Stunden durch, ihre Lebensdauer ist damit um ein vielfaches länger. Das ist wichtig, denn Ersatzlampen für Beamer sind nicht billig. Sie kosten zwischen 150 und 300 Euro.

Den Vorteilen von LED-Beamern stehen allerdings gravierende Nachteile gegenüber. Mit einem niedrigen Lichtstrom der sich oft nur um die 500 Lumen bewegt sind sie für den Einsatz in nicht abgedunkelten Räumen nur bedingt geeignet. Die geringe Auflösung die meist bei 1280×800 Pixeln und darunter liegt sind sie von HD-Qualität weit entfernt. Wer seinen Beamer allerdings hauptsächlich dazu verwendet, ab und zu Abends einen Film zu gucken oder zu zocken, für den ist ein LED-Beamer vielleicht doch das Richtige.

 

Allrounder mit hoher Lichtstärke

Wenn der Beamer bei Tageslicht zum Einsatz kommen soll, dann ist ein lichtstarkes Gerät der Allround-Klasse die richtige Wahl. Die hohe Lichtstärke erkauft man sich allerdings mit schlechteren Kontrasten im Vergleich zu dezidierten Heimkino-Geräten. Die Kontraste sind für die Farbbrillanz der Bilder wichtig. Zudem arbeiten Allrounder meist mit einem Seitenverhältnis von 4:3. Sie können zwar auch Kinofilme im 16:9-Format darstellen, dabei geht allerdings Bildqualität verloren, da die Pixel im oberen und unteren Bereich des Bildschirms nicht genutzt werden.

 

benq-sh940-beamer

Das beste Bild im dunklen Heimkinosaal

Im Gegensatz dazu arbeiten Beamer der Heimkino-Klasse mit einem natürlichen Seitenverhältnis von 16:9 und bieten optimale Kontrastwerte. Sie sind die erste Wahl für Cineasten, die bereit sind, das nötige Kleingeld auszugeben. Wenn man mit so einem Gerät einen Film im abgedunkelten Raum ansieht, kommt das schon sehr nahe an das echte Kinoerlebnis.

Der Markt bietet also eine breite Palette von unterschiedlichen Beamern an. Wie so oft gilt allerdings auch hier: Es gibt keine eierlegende Wollmichsau. Jeder Beamer hat Vor- und Nachteile, keiner kann alles gleich gut. Welches Gerät für Sie und ihren Einsatzzweck ideal ist, müssen Sie selbst entscheiden. Schauen Sie doch hier oder hier und vergleichen Sie die Beamer selbst.

Beim Beamerkauf kann es allerdings nicht schaden, vorab ein paar technische Grundlagen zu verstehen. Mit ein wenig Hintergrundwissen fällt es leicht, an Hand der verschiedene Kennzahlen und Abkürzungen eine qualifizierte Kaufentscheidung zu treffen. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, die in Frage kommenden Geräte auch zu testen. Denn egal was das Ding für technische Werte hat: Im Endeffekt ist es Ihr Auge, auf das es ankommt. Wenn Sie an dem Bild des Beamers etwas stört, werden Sie keine Freude daran haben.

 

Digitales Dia vs. winzige Spiegel

Für die Bildgenerierung arbeiten Beamer mit zwei unterschiedlichen Techniken. Die ältere ist die LCD-Technik. Dabei fällt das Licht der Lampe durch einen kleinen, transparenten LCD-Bildschirm, so ähnlich wie bei einem Diaprojektor.

Relativ neu ist die DLP-Technik. Bei DLP-Projektoren wird das Licht von tausenden winzigen, beweglichen Spiegeln reflektiert. Bis vor kurzem waren Beamer mit DLP-Technik preislich in der Oberklasse angesiedelt, mittlerweile werden sie aber immer erschwinglicher. Sie sind kompakter als LCD-Beamer, zeichnen sich durch eine bessere Detaildarstellung aus und sind reaktionsschneller. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn es um die scharfe Darstellung schneller Bewegungen geht, also beispielsweise in Actionszenen oder bei Videospielen. Allerdings nehmen manche Nutzer einen Farbrand um die Bildpunkte wahr. Sollte Sie das stören, kommt ein DLP-Beamer für Sie wohl weniger in Betracht.

 

Allerhöchste Auflösung 4K fast nur als Standbild

Während die meistens Flatscreen-Fernseher in Full-HD auflösen, haben Beamer bei der Auflösung noch etwas aufzuholen. Vor allem günstigere Geräte bieten nicht die vollen 1920×1080 Pixel, sondern sind mit 1024×768 Pixel nur HD-ready. Günstige LED-Geräte lösen manchmal sogar nur mit 800×600 Pixeln auf. Dafür kann ihnen kein Fernseher in Sachen Portabilität etwas vormachen.

Aber auch Full-HD-Beamer rücken in immer erschwinglichere Preissegmente vor. Um sich seine alten DVDs anzusehen, braucht man diese Auflösung allerdings nicht. Für Full-HD sollten die Filme schon von der Blu-ray Disc kommen. Auch neuere Spielkonsolen wie die Playstation 3 oder Playstation 4 und die X-Box 360 oder X-Box One beherrschen Full-HD.

Full-HD ist allerdings noch lange nicht die Grenze. Mittlerweile gibt es schon die ersten Beamer mit 4K-Auflösung. Sagenhafte acht Megapixel (4096×2160 Pixel) bringen die auf die Leinwand. Zumindest theoretisch. In der Praxis muss man sich so ein Wunderding erst einmal leisten können: Die Preise bewegen sich aktuell noch im Bereich von um die 20.000 Euro. Selbst wenn man das nötige Kleingeld übrig hätte, gibt es aktuell kaum Bildquellen mit entsprechend hoher Auflösung. Sowohl Filme als auch Videospiele werden maximal mit Full HD angeboten. Lediglich mit Fotos von der Digitalkamera oder sehr speziellen Videoclips, die meist nur zu Testzwecken gedreht wurden, kann man 4K-Beamer momentan voll ausnützen.

Wie das Bild auf die Leinwand kommt

Praktisch für die Aufstellung des Beamers ist es, wenn er Tilt-Shift und Zoom beherrscht. Diese beiden Funktionen lassen einem deutlich mehr Freiheit bei der Wahl des geeigneten Standortes. Dank Zoom kann der Mindestabstand zur Leinwand auch weniger als zwei oder drei Meter betragen und Tilt-Shift ermöglicht ein Aufstellen versetzt zur Leinwand ohne Trapezverzerrung. Apropos Leinwand: Damit man die Bildqualität eines hochwertigen Beamers in vollen Zügen genießen kann, sollte man in eine gute Leinwand investieren. Auf der weißen Wohnzimmerwand kommen Farben und Kontraste nämlich nicht voll zur Geltung.

Fazit

Für das optimale Kinoerlebnis zu Hause ist ein Projektor der Heimkino-Klasse mit Full-HD Auflösung ideal. Will man allerdings Geld sparen oder hat eine flexiblere Anwendung im Kopf, wird man mit einem Allrounder oder einem kleinen, leichten LED-Beamer glücklich. Ob man dabei auf LCD oder DLP setzt, macht aus Kostensicht immer weniger Unterschied und ist nicht zuletzt auch eine Frage der persönlichen Vorliebe.


Auf Facebook teilen
Teilen

0 4K, Auflösung, Beamer, DLP, Full HD, HD Ready, Heimkino, Heimkino-Beamer, LCD, Projektor,



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


footer