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Rommé Regeln – der Klassiker unter den Kartenspielen

17. November 2015 Harry Spiele  

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Rommékarten © blickpixel @ pixabay.com – CC0 1.0
Rommé ist einer der Klassiker unter den Kartenspielen schlechthin. Bei Turnieren wird das Kartenspiel nach den offiziellen Regeln gespielt. Im privaten Bereich dagegen wird meist nach individuellen Regeln gespielt. Die Abweichungen zwischen den offiziellen und privaten Regeln sind allerdings nicht sehr hoch. Die grundlegenden Regeln des Rommés sind daher bei den meisten bekannt, so dass sich verschiedene Spieler schnell auf eine Variante einigen können.

Die Grundvoraussetzungen für Rommé

Für Rommé werden zwei Kartenspiele mit 52 Karten sowie sechs Joker benötigt. Insgesamt wird Rommé also mit 110 Karten gespielt. Das Spiel wird mit mindestens zwei Spielen gespielt. Begrenzt ist die Spielerzahl auf sechs Spieler. Am besten lässt sich der Kartenspielklassiker mit drei bis vier Personen spielen.

Jeder der 110 Karten hat eine bestimmte Rangfolge und einen entsprechenden Zählwert (Augen oder Punkte genannt):

  • Spielkarte 2: 2
  • Spielkarte 3: 3
  • Spielkarte 4: 4
  • Spielkarte 5: 5
  • Spielkarte 6: 6
  • Spielkarte 7: 7
  • Spielkarte 8: 8
  • Spielkarte 9: 9
  • Spielkarte 10: 10
  • Spielkarte Bube: 10
  • Spielkarte Dame: 10
  • Spielkarte König: 10
  • Spielkarte As: 11
  • Spielkarte Joker: 20

Der Joker nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Er ist so etwas wie ein Platzhalter. Er kann während des Spiels jede Karte ersetzen und nimmt dann dessen Zählwert an. Einzig wenn der Joker sich am Ende des Spiels noch auf der Hand befindet, wird er mit 20 Augen gezählt.

Ziel beim Rommé ist es, so schnell es geht seine Karten abzulegen. Der erste, der keine Karten mehr auf der Hand hat, hat gewonnen. Bei allen anderen Mitspielern wird am Ende des Spieles die Werte der noch auf der Hand verbliebenen Karten zusammengezählt und aufgeschrieben.

Die Sätze und Sequenzen beim Rommé

Um das Ziel des Spieles zu erreichen, haben die Spieler verschiedene Möglichkeiten, ihre Karten abzulegen. Die sogenannten Sätze und Sequenzen sind die besten Möglichkeiten, auf einen Schlag möglichst viele Karten los zu werden.

Unter einem Satz versteht man im Rommé Karten, die denselben Wert aufweisen. Einen Satz bildet beispielsweise die folgende Kartenkombination: Karo 5, Herz 5, Pik 5 und Kreuz 5. Dabei handelt es sich also um vier gleiche Kartenwerte unterschiedlicher Farben. Ein Satz muss mindestens drei aber maximal vier Karten umfassen.

Bei einer Sequenz spricht man dagegen von einer Folge von Karten, die alle der gleichen Farbe angehören. Geordnet werden die Karten nach ihrem Wert. Ein Beispiel für eine Sequenz wäre: Herz 3, Herz 4, Herz 5, Herz 6, Herz 7 und Herz 8. Oder auch diese: Kreuz 10, Kreuz Bube, Kreuz Dame und Kreuz König. Eine Sequenz muss mindestens drei und kann bis zu dreizehn Karten einer Farbe umfassen. Wichtig ist, dass bei einer Sequenz die Kartenabfolge nicht unterbrochen sein darf. Ein Joker allerdings kann eine Lücke füllen, in dem er den Wert der jeweils fehlenden Karte in der Abfolge einnimmt. Das As spielt in der Sequenz eine besondere Rolle. Das As darf beim Rommé sowohl hinter den König als auch vor die Spielkarte Zwei gelegt werden. Das heißt, das As darf beim Rommé sowohl den Beginn einer Sequenz (vor der Zwei) als auch das Ende einer Sequenz (hinter dem König) bilden. Allerdings ist die Sequenz aus der Abfolge König, As und Zwei in den klassischen Spielregeln verboten. Je nach dem wo das As liegt, zählt es am Anfang einer Sequenz eins oder am Ende elf. Bleibt das As am Ende der Runde auf der Hand, wird mit elf Augen gezählt.

Der Spielablauf

Zunächst wird ein Geber bestimmt. Er mischt die Karten und verteilt insgesamt dreizehn Karten an jeden Mitspieler. Den Rest der Karten, der nicht verteilt wurde, wird in die Mitte des Tisches gelegt. Dieser Stapel bildet den sogenannten Talon. Die oberste Karte des Talons wird vom Geber aufgedeckt und daneben gelegt. Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Der erste Spieler hat nun die Möglichkeit zu entscheiden, ob er diese Karte aufnehmen oder lieber eine verdeckte Karte vom Talon nehmen möchte. Egal wofür er sich nun entscheidet – aufnehmen oder ziehen –, am Ende seines Spielzuges muss er eine Karte aus seinem Blatt auf die offenliegende Karte (falls sie liegen gelassen wurde) neben den Talon legen. Anschließend ist der nächste Spieler dran. Auch er kann entscheiden, ob er die oberste offenliegende Karte neben dem Talon aufnimmt oder eine verdeckte Karte von Stapel zieht.

Die Karten in Sequenzen oder Sätzen auslegen darf ein Spieler erst, wenn die Sequenz bzw. der Satz zusammen mindestens 30 oder mehr Augen wert ist. Bei manchen Spielvarianten darf erst ab 40 Augen ausgelegt werden. Jede Sequenz bzw. Satz muss dabei aus mindestens drei Karten bestehen. Erst wenn ein Spieler mit einer Sequenz oder einem Satz mit mindestens 30 Augen rausgekommen ist, darf er nun auch an die ausgelegten Sequenzen und Sätze der anderen Spieler Karten anlegen. Es besteht dabei die Möglichkeit, bereits ausgelegte Sequenzen und Sätze zu verändern und mit Karten aus dem eigenen Blatt zu ganz neuen Sequenzen und Sätzen zu formen. Allerdings muss in diesem Zusammenhang darauf geachtet werden, dass die kompletten Sequenzen und Sätze auf dem Tisch erhalten bleiben und keine Karten vom Tisch in das eigene Blatt aufgenommen werden. Die Ausnahme bilden hier die Joker, die als Platzhalter in ausgelegten Sequenzen und Sätzen dienen können. Diese dürfen durch die jeweilige Karte ausgetauscht und der Joker anschließend in das eigene Blatt aufgenommen bzw. neue Sequenzen und Sätze damit gebildet werden. Dabei muss derjenige, der den Joker spielt, laut ansagen, welche Karte dieser ersetzen soll. Beispielsweise kann ein Joker in einem Satz von Karo 10, Herz 10 und Pik 10 der Joker die Kreuz 10 vertreten. Die Karte, die der Joker in einer Sequenz oder einem Satz einnimmt, ist für alle Spieler von Bedeutung, wenn diese den Joker durch die tatsächliche Karte aus ihrem Blatt ersetzen wollen. Mithilfe der fehlenden Karte kann sich jeder Spieler, der bereits mindestens einmal ausgelegt hat, den Joker nehmen. In diesem Fall aber darf er dann keinen Zug mit einer anderen Karte mehr durchführen.

Solange der Spieler eine Karte spielen kann, muss keiner der anderen Spieler ziehen. Abgeschlossen wird der Zug des Spielers wieder mit der Ablage einer Karte seines Blattes auf den Stapel neben dem Talon.

Wenn ein Spieler alle Karten ablegen konnte, hat er das Spiel gewonnen. Die Karten der anderen Spieler werden beim Rommé zu Verlustpunkten aufaddiert. Dabei zählt jeder Joker, der sich auf der Hand eines Spielers befindet, 20 Augen. Jedes As wird mit elf Augen gewertet. Daher sind die Spieler beim Rommé bestrebt, möglichst schnell die hohen Karten los zu werden. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, seine Karten auf der Hand zu sammeln und dann mit einem Schwung alle abzulegen. Dadurch steigt zwar das Risiko eines hohen Verlustes, wenn nämlich einer der anderen Spieler vorher alle Karten ablegt hat, aber für besonders erfahrene macht dies erst den Reiz des Spieles aus.

Variationen von Rommé

Wie bereits oben angedeutet, gibt es eine Vielzahl von Regeln und Variationen, die von den Standardregeln abweichen können. Daher ist es vor jedem Rommé-Spiel ratsam, sich mit den anderen Spielern über die genauen Regeln für das Spiel zu einigen. Folgende Variationen werden häufig gespielt:

  • Abweichen bei der Mindestpunkzahl für das Auslegen (z. B. Auslegen mit 20, 30 oder 50 Augen).
  • Das As zählt immer elf Augen, unabhängig ob es am Anfang oder am Ende einer Sequenz liegt.
  • Beim „Klopfen“ kann ein anderer Spieler als der, der gerade dran ist, die oberste offenliegende Karte aufnehmen – vorausgesetzt der aktuelle Spieler möchte diese nicht selbst haben (Vorkaufsrecht). In diesem Fall kann der Spieler, der geklopft hat, die Karte plus eine zusätzliche Karte von Talon aufnehmen.
  • Die letzte Karte muss nicht abgelegt werden, sondern kann auf den Stapel neben dem Talon geworfen werden.
  • Der Joker zählt 40 Punkte.
  • Der Talon wird in verschiedene Stapel geteilt. Jeder Spieler kann frei entscheiden, von welchem Stapel er zieht.
  • Gewonnen hat, wer am Ende maximal fünf Punkte oder weniger auf der Hand hat.
  • Karten auf dem Kartenstoß neben dem Talon dürfen sofort von jedem Spieler aufgenommen werden. Der aktuelle Spieler hat kein Vorkaufsrecht bei der Aufnahme. Dafür muss eine weitere Karte vom Talon genommen werden.
  • Es wird die Reihenfolge „…König, As, Zwei…“ erlaubt.
  • Wer einen Joker vom Tisch nimmt, muss ihn sofort an einer anderen Stelle anlegen. Der Spieler darf dann aber auch andere Karten im gleichen Zug spielen.
  • Es werden keine Karten neben den Talon gelegt. Jeder Spieler muss eine Karte ziehen.

Rommé online spielen

Wie viele andere klassischen Kartenspiele, kann auch Rommé zum Beispiel bei Stargames als Online-Spiel gespielt werden. Dabei gelten auch beim Online-Spiel grundsätzlich die oben genannten Spielregeln. Auf Abweichungen von den allgemeinen Spielregeln sollte man bei jedem Online-Anbieter achten. Bei den allermeisten Rommé-Partien, die im Internet gespielt werden, ist die Zeit für den Zug eines Spielers begrenzt. Läuft die Zeit ab, ohne dass eine Karte abgeworfen wurde, wird der Zug automatisch beendet und der Spieler muss aus dem laufenden Spiel aussetzen.

Da Rommé als Glücksspiel definiert ist und online meist mit Echtgeld gespielt wird, sollte man daran denken, dass man für jeden Verlustpunkt einen gewissen Gewinnanteil an den Sieger zahlen muss. Das gilt sowohl für das Online-Spiel, als auch für die klassische Offline-Version bei der mit Geldeinsätzen gespielt wird.


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