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Welcher Schulranzen ist in welchem Alter geeignet?

27. Juni 2015 Harry Familie und Kind  

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© Jan Jansen2 – Fotolia.com
Kaum eine Frage spaltet Eltern und Kinder so sehr wie die Auswahl des Schulrucksacks oder Ranzens: Farbe, Modell und Stil werden nur allzu leicht zum Streitpunkt. Während es Kindern in erster Linie auf eine schöne Optik ankommt, sind Eltern vor allem an Sicherheit, Funktionalität und Komfort interessiert. Ob nun Schulrucksack oder Ranzen die bessere Lösung ist, ist in vielen Fällen lediglich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Unabhängig davon existieren jedoch einige Basiskriterien, die jeder gute Schulranzen bzw. Schulrucksack erfüllen sollte. Die folgende Auflistung erläutert, auf welche Aspekte beim Kauf besonderes Augenmerk gelegt werden muss.

Eine Normierung durch DIN 58124

Hinter dem Begriff DIN verbirgt sich das „Deutsche Institut für Normierung“. Die DIN 58124 steht für Schulranzen, die einer kritischen Prüfung unterzogen wurden und deren Sicherheitsmerkmale für gut befunden sind. Bei der Normierung ausschlaggebend waren drei große Aspekte: die Eigenschaften des Rucksacks oder Schulranzens, seine Funktionalität und die Sicherheitsmerkmale.

Unter den Begriff Eigenschaften fallen: die ergonomische Form, die Größe sowie das Eigengewicht des Rucksacks. Da der Rucksack für gewöhnlich noch eine große Menge an Material beinhaltet, hat das Deutsche Institut für Normierung das Eigengewicht auf maximal 1,5 Kilogramm festgesetzt. Hinsichtlich der Form sollte der Ranzen rechteckig gehalten sein; die Wände müssen möglichst starr gearbeitet sein, sodass Bücher und Hefte im Inneren gut Platz finden. Neben den Schultergurten soll immer auch ein zusätzlicher Tragegriff angebracht sein, der sich in der Mitte des Oberteils befindet. Im Bereich Funktionalität wird besonders auf atmungsfähiges Material geachtet; so soll verhindert werden, dass Kinder unter dem Rückenteil und den Gurten übermäßig schwitzen, was besonders an schwülen Tagen relevant ist. Als wichtigste Sicherheitsmerkmale gelten die Farbe und die Reflektor Fähigkeit des Rucksacks. Mindestens 20 % des Schulranzen Körpers müssen mit reflektorfähigem Material ausgestattet sein, damit er auch im Dämmerlicht und in der Dunkelheit klar erkennbar ist. Bei den Vorderflächen und Seitenteilen liegt die Empfehlung bei mindestens 10 %. Das Deutsche Institut für Normierung schlägt vor, bezüglich der Grundfärbung des Rucksacks auf möglichst auffällige Farben zurückzugreifen; so eignen sich besonders Neon Töne, aber auch „normales“ Gelb, Orange oder Rot.

  • Das Gewicht: Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, schlagen Experten eine einfache Faustregel vor: Das Gesamtgewicht des Schulranzens sollte maximal 10 % des Körpergewichts des Kindes ausmachen. Unter dem Gesamtgewicht versteht man sowohl das Eigengewicht des Ranzens, das bis zu 1,5 Kilogramm betragen kann, als auch den gesamten Inhalt (Bücher, Hefte, Wasserflasche, Jausensnack, etc.). Bei einem jüngeren Kind, das beispielsweise 23 Kilogramm auf die Waage bringt, dürfte der Ranzen insgesamt nur 2,3 Kilogramm an Gewicht haben. Wird diese Grenze überschritten, so steigt die Gefahr, gesundheitliche Schäden davon zu tragen.
     
  • Verstellbare Tragegurte: Bei Kindern, deren Wachstum noch nicht abgeschlossen ist, sollte unbedingt auf verstellbare Tragegurte geachtet werden. So kann der Schulranzen stets mit dem Kind „mitwachsen“. Auch dürfen die Gurte nicht zu schmal sein, da sie ansonsten leicht einschneiden können. Wichtig ist zudem eine gute Polsterung der Gurte und ihre Rutschsicherheit.
     
  • Auf Stabilität achten: Schulrucksäcke und Ranzen müssen vieles aushalten. Sie werden fallen gelassen, achtlos in die Ecke geschmissen, gerne auch einmal getreten. Wenn ein Ranzen all das überleben soll, muss er besonders stabil und sorgsam verarbeitet sein.
     
  • Der Einkauf sollte stets gemeinsam mit dem Kind stattfinden: Auch wenn die Verlockung speziell bei Erstklässlern groß ist, sie mit einem hübschen Schulranzen zu überraschen – sinnvoller wäre es, das Kind in den Einkauf einzubinden. Um optimalen Tragekomfort zu garantieren ist es unerlässlich, dass Kinder ihren Schulranzen vor dem Kauf probieren können. Dies geschieht am besten einmal mit „schlecht Wetter Kleidung“ (also einem stärkeren Mantel) und einmal mit „Sommer Bekleidung“ (leichter Pullover oder T-Shirt). So kann sich optimal allen Witterungsverhältnissen angepasst werden. Auch bestimmen Kinder am besten selbst, wie gut oder schlecht der Sitz und der Komfort des Tragegurts ausfallen.

Ungeachtet dieser allgemeinen Kriterien, die bei jedem Kauf beachtet werden sollten, gibt es auch noch altersspezifische Empfehlungen. Ein Schulrucksack für einen Abiturienten muss notgedrungen einen anderen Zweck erfüllen als der Ranzen eines Erstklässlers. Welche Aspekte in welcher Altersklasse besonders relevant sind, erläutert die folgende Darstellung.

  • Erstklässler: Besonders bei jüngeren Schülern gilt die Devise: Die Sicherheit des Kindes sollte das oberste Gebot sein! Ein essentieller Punkt ist, dass das Kind von anderen Verkehrsteilnehmern eindeutig und klar erkennbar ist – auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Aus diesem Grund sollten Schulranzen mit möglichst vielen und möglichst starken Reflektoren ausgestattet sein, die sich nicht nur hinten, sondern auch an den Seitenflächen und oben befinden. Viele Eltern bringen gerne zusätzliche Gimmicks an, die die Reflektor Fähigkeit des Ranzens erhöhen. Dabei handelt es sich um kleine, verspielte Figuren, die mit einer Kordel ganz einfach und mühelos an den Tragriemen angebracht werden können. Neben einer ausreichenden Strahlfähigkeit ist es zudem wichtig, dass der Ranzen möglichst hell eingefärbt ist. Hervorragend eignen sich hierfür Signalfarben wie Rot oder ein möglichst helles Orange, auch Gelb ist stets eine gute Alternative. Zunehmend beliebter werden zudem Neonfarben, die meist als dicke Farbstreifen seitlich und rückwärtig angebracht sind.
    Neben dem Sicherheitsaspekt darf natürlich auch der Komfort nicht zu kurz kommen: Eine separate Halterung für die Trinkflasche ist ebenso empfehlenswert wie eine Seitentasche, in der man die Jause des Kindes verstauen kann. Für jüngere Kinder empfiehlt schulranzen.net die Grundschulranzen von McNeill oder DerDieDas. Diese bestechen durch ihr äußerst geringes Leergewicht und sind dadurch keine zusätzliche Gewichtsbelastung.
     
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    © mariesacha – Fotolia.com
    Die restliche Grundschulzeit: Während der ersten drei Jahre sind Schulranzen das eigentliche Mittel der Wahl. Sie sind fast immer besonders kindgerecht gestaltet und nett verziert: Durch ihre bunte, auffällige Optik sprechen sie vor allem jüngere Kinder an. Etwa ab einem Alter von 9 oder 10 Jahren beginnen die Schüler jedoch, sich vom alten Modell zu lösen, weil es ihnen zunehmend kindlicher erscheint. Besonders attraktiv werden in diesem Zeitraum klassische Schulrucksäcke. Die Industrie hat auf diese Nachfrage entsprechend reagiert, indem sie Rucksäcke oftmals „cooler“ und deutlich „erwachsener“ gestaltet als Erstklässer Ranzen. Sofern diese Rucksäcke den DIN 58124 Normen genügen, spricht nichts gegen einen Wechsel.
     

  • Das Ende der Grundschulzeit und der Übergang auf eine weiterführende Schule: Die schulischen Anforderungen nehmen in dieser Altersklasse rasant zu; besonders wichtig werden nun Rucksäcke mit unterteilten Fächern. Sie helfen den Schülern dabei, leichter Ordnung zu halten und relevante Utensilien immer griffbereit zu haben. Auch in diesem Alter gilt: Ein Blick auf die DIN 58124 Normierung der Rucksäcke ist unerlässlich, ebenso wie ein gemeinsames Einkaufen mit dem Kind.
     
  • Von der Pubertät zum jungen Erwachsenenalter: Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät findet von Seiten der Schüler ein größeres Umdenken statt; Rucksäcke sind nicht mehr „cool“ genug, bevorzugt werden nun Sporttaschen oder große Shopping Bags genutzt. Beide Varianten haben den Nachteil, das sie keiner gängigen Norm unterliegen und somit nicht ausreichend auf Komfort und Sicherheit geprüft sind. Wenn Kinder sich partout weigern, weiterhin Rucksäcke zu nutzen, sollte man ihnen jedoch entgegen kommen. Mit Zwang erreicht man hier nur selten etwas; besser ist es, das Problembewusstsein der Jugendlichen zu aktivieren und ihnen Alternativen aufzuzeigen. Anstatt beispielsweise eine möglichst günstige Sporttasche im Supermarkt zu kaufen, empfiehlt es sich, besser ein Fachgeschäft vor Ort aufzusuchen. Das geschulte Personal kann beim Einkauf gute Hilfestellungen leisten.

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2 Responses to “Welcher Schulranzen ist in welchem Alter geeignet?”

  • Melanie Frank sagt:

    Vielen Dank für die Tipps, mein kleiner geht jetzt in die 3. Klasse und er beschwert sich schon über seinen uncoolen Ranzen. Für das nächste Schuljahr bekommt er dann einen neuen =)

  • Harald sagt:

    Ich hab das mit den coolen Ranzen ehrlich gesagt nie verstanden, ich bin jetzt 27 und verwende meinen schlichten, marine-grünen 4You, den ich schon seit der 5. Klasse habe noch heute gelegentlich, zum Beispiel wenn ich mit dem Fahrrad ins Fitnessstudio fahre, da ich meine große Sporttasche nicht einfach auf den Rücken schnallen kann. Ich bin erstaunt, dass das Teil immernoch lebt, das einzige das bis heute kaputt gegangen ist, ist ein Reisverschluss, der wenn er von Rechts geschlossen wurde bei Zug aufreist, von Links verschlossen kein Problem. Und ich bin sicher nicht zaghaft mit dem Teil umgegangen. Meine Empfehlung daher, kauft euren Kids so ein Teil: http://www.schulranzen.net/4YOU-Schulrucksack-Classic-Plus-Basic-Black.htm?websale8=ts-shop&pi=48377&ci=001354


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