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Wie wird Alufolie hergestellt? Herstellung von Aluminiumfolie.

9. Oktober 2013 Harry Technik  

alufolie
Alufolie © Wongx / Wikipedia
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Als Ausgangsmaterial für Alufolie oder Silberpapier dient Aluminium. Von 0,004 bis 0,2mm dünn ist die Folie, die durch den Vorgang des Walzens von Aluminium hergestellt wird. Damit sie so weich und biegsam wird, wie der Endverbraucher sie kennt, muss die Folie nach dem Walzen wärmebehandelt werden. Am häufigsten werden Aluminiumfolien in der Verpackungsindustrie genutzt. Da sie sowohl gas-, als auch luftdicht sind, eignen sie sich gut zur Verpackung von Lebensmitteln. Die so eingeschlossenen Lebensmittel bleiben durch die nahezu luftdichte und lichtundurchlässige Verpackung länger haltbar. Da nur ein sehr geringer Anteil an Feuchtigkeit entweichen kann, trocknen die Nahrungsmittel nur sehr langsam aus und es findet auch wenig bis kein Aromaaustausch zwischen einzelnen Nahrungsmittelgruppen statt.

Geschichtlicher Hintergrund

Aluminiumfolie ist durchaus kein Produkt der letzten Jahre, ihre Erzeugung und Verwendung geht bis ins Jahr 1905 zurück, als der Schweizer Unternehmen Heinrich Alfred Gautschi ein Patent zur Alufolienherstellung nach dem Prinzip des Paket- bzw. Buchwalzverfahrens erhielt. Hierbei wurde ein dünnes Aluminiumblech gewalzt, dann in zwei Hälften geteilt, aufeinandergelegt und erneut gewalzt. Dieser Vorgang wurde so oft wiederholt, bis ein Paket von 64 Folienblättern erreicht war. Das Verfahren ermöglichte größere Flexibilität und Reißfestigkeit der Folie. In ihren Ursprüngen stand die Verwendung als Verpackungsmaterial allerdings nicht im Brennpunkt ihrer Erzeuger. So hatten sich diese eher auf die Kaschierung von Ballonhüllen mit Aluminiumstreifen verlegt. Den Beginn mit von Hand veredelten Aluminiumfolien als Verpackung von Konsumgütern machte die Stanniolfabrik Supf&Klinger. Der Inhaber konnte auf seine lange Erfahrung mit Stanniol zurückgreifen, das von ihm bereits seit 1890 gefärbt, mit Prägungen und Aufdrucken von Mustern und Namenszügen versehen wurde. Zahlreiche Produkte wie Suppenwürfel, Kaffee, Osterhasen, weihnachtliche Figuren, Pralinen und Bonbons waren in Stanniol verpackt. Daher fiel es Supf leicht den vergleichsweise billigen Rohstoff Aluminium zu veredeln und zu expandieren. Aus dieser Zeit stammt auch die fälschliche Bezeichnung Stanniol für die Aluminiumfolie. Das Ausgangsmaterial für Stanniol ist Zinn nicht Aluminium. Stanniol ist daher eine Zinnfolie, keine Alufolie.

Herstellungsverfahren

Erst seit Ende des 18. Jahrhunderts sind wirtschaftliche Aluminium-Herstellungsprozesse mittels Elektrolyse aus Bauxit entwickelt worden. Der von Umweltschützern häufig kritisierte Energieverbrauch für die Primärerzeugung von Aluminium, wird durch die Speicherung im Metall, welche dann im Recyclingprozess reaktiviert wird, kompensiert. Wegen des niedrigen Schmelzpunktes von Aluminium (660°C) sind nur etwa 5% der Primärenergie für den Recyclingprozess von Nöten. Der hohe Schrottwert und die Werkstoffqualität von Aluminium wird beim Recycling nicht eingebüßt und besitzt einen hohen Wert in der Sekundärwirtschaft, wie man in den Segmenten Verkehr, Bau, Elektronik oder Verpackung sehen kann. In der heutigen Zeit sind die Metallkreisläuft tatsächlich weitgehend wieder geschlossen.

In der Primärerzeugung werden Aluminiumfolien Großteils aus Reinaluminium mit einem Aluminiumgehalt von 99 bis 99,9% hergestellt. Vorwalzbänder werden dazu mit etwa 0,6 bis 1,5mm Dicke in mehreren Stichen, so bezeichnet man die einzelnen Walzvorgänge, auf die gewünschte Stärke kaltgewalzt. Doppelwalzen kommen bei der Erzeugung sehr dünner Folien zum Einsatz. Hier wird zweilagig gewalzt mit dem Effekt, dass man zwei unterschiedliche Oberflächen, eine glänzende und eine matte erhält. Dies liegt darin begründet, dass die jeweils äußere Seite der Folie mit den geschliffenen Walzen in Berührung kommt und dadurch poliert und relativ glatt wird, während die andere Seite eher aufgeraut wird und matt erscheint. Der Walzvorgang verfestigt das Aluminium und es wird dabei steif, das anschließende Weichglühen behebt diese Steifheit und das Material wird wieder weich und flexibel. Einzelne Anwendungsbereiche verlangen bestimmte mechanische Eigenschaften von Alufolien, die Reinaluminium nicht aufweist. Es bedarf dann der Beimischung anderer Metalle, um die gewünschten Effekte zu erzielen.

Anwendungsbereiche

Auf jedweden Anwendungsbereich der Alufolie spezialisiert ist das Düsseldorfer Unternehmen Alujet-Universal GmbH zu erreichen unter www.alujet-universal.de. Als leistungsstarker Anbieter findet man bei Alujet-Universal Aluminiumfolien nach Maß, in jeder gewünschten Breite und auch in kleinen Mengen. Das Unternehmen bietet Aluminiumprodukte wie Folien, Zuschnitte, Alubänder sowohl als Reinaluminiumfolie, als auch als Aluverbundfolie, glatt oder geprägt. Es sind Folien in verschiedenen Legierungen, unterschiedlichen Stärken und Oberflächenveredelungen als Rollenware von 20mm bis hin zu 1.20mm Breite erhältlich. Am Lager abrufbereit stehen auch Laborfolie, Alubänder, Aluminium Folie in unterschiedlichen Formaten für kundenindividuelle Fertigung. Für technische Anwendungen so wie Kaschierungen und Beschichtungen, sowie für die Einsatzzwecke als Reflexionsfolie, Abstrahlfolie oder Barrierefolie, findet sich alles im umfangreichen Sortiment.

Abseits der Norm

Nicht nur bei industriellen Anwendungszwecken, auch in kreativen Bereichen findet Aluminium und Aluminiumfolie ihren Zweck. So kann z.B. ein Windradfeld aus Fahrradfelgen mit Aluminiumfolie bespannt, wo mit der gewonnenen Energie ein ganzes Klassenzimmer versorgt werden soll, bewundert werden.
Auch im künstlerischen Bereich, bei Bühnenbildern von Opernhäusern, Theaterwerkstätten, oder bei Bildhauern hat sich die Alufolie als leicht zu formendes Material ihren Platz erobert. Kurioserweise wurde die Alufolie während der Inflation von 1923 anstelle von Papier zur Herstellung von Notgeld bedruckt. In Deutschland wurden die Geldscheine aus Aluminium in Singen und in Teningen hergestellt.

Aber Vorsicht!

Abstand von Aluminiumverpackungen sollte man bei Lebensmittel halten, die entweder besonders sauer, basisch oder salzhaltig sind, da hier das Aluminium in die Nahrung diffundieren kann.

Sendung mit der Maus erklärt wie Alufolie hergestellt wird:


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