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Wird Hansa Rostock demnächst viertklassig?

1. Januar 2016 Harry Sport  

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Logo Hansa Rostock – Fornax @ commons.wikimedia.org
Ein konstanter Abwärtstrend – Es ist gerade erst 7 Jahre her, da konnten die Fußballfans im Nordosten Deutschlands in Rostock noch Bundesliga-Fußball sehen. Heute ist Rostock auf der Landkarte des Profifußballs nur noch eine kleine Nummer und die Mannschaft trifft auf Vereine wie das schwäbische 3000 Seelen Dorf Großaspach. Was freilich nicht heißt, das nicht nach wie vor Woche für Woche im Schnitt 14.000 Zuschauer den Weg ins Ostseestadion suchen, um ihr Hansa Rostock nach vorne zu peitschen. In der letzten Zeit jedoch deutlich weniger erfolgreich, als man sich dies bei einem Traditionsverein wie der Hansa vorstellen könnte. Mit gerade einmal 22 Punkten steht Rostock auf dem 16. Tabellenrang und ist nur einen Punkt von der Abstiegszone entfernt. Berechtigterweise haben die Fans der Rostocker von Spiel zu Spiel mehr die Sorge, das am Ende des Jahres der bittere Gang in die Viertklassigkeit und damit in eine Liga ohne nennenswerte Gegner stehen könnte. Doch wie realistisch ist ein Abstieg und was können die Rostocker Verantwortlichen in der Winterpause machen, um diesen noch zu verhindern?

Das Team

Betrachtet man den Marktwert des Teams aus Rostock, welcher sich derzeit auf etwa 5,5 Millionen beläuft, so liegt der Verein im unteren Mittelfeld aller Mannschaften aus den Dritten Liga. Tatsächlich wurden jedoch vor der Saison zahlreiche, namhafte Spieler verpflichtet, die bis dato nur bedingt überzeugen konnten. Ein Beispiel dafür ist Stürmer Soufian Benyamina, der zuvor bei Wehen Wiesbaden unter Vetrag stand und bisher in seinen 15 Einsätzen nur 3 Treffer erzielen konnte. Dennoch befindet er sich mit dieser Quoten auf dem zweiten Platz aller bei Rostock unter Vertrag stehenden Spielern, womit das Hauptproblem des Teams bereits geklärt wäre: Die Offensive. 23 Tore nach 21 Spieltagen sind einfach zu wenig für einen Mittelfeldplatz in einer so ausgeglichenen Liga. Die Aufgabe des Vorstands wird es also sein, im Winter noch einmal offensiv nachzurüsten und einen möglichst erfahrenen Offensivspieler zu verpflichten. Das dies finanziell zu stemmen ist, konnte vom Verein mittlerweile bestätigt werden, denn alle Auflagen des DFB zur Wirtschaftlichkeit konnten erfüllt werden.

Zumindest das Zwischentief scheint überwunden

Trotz hoffnungsvollem Start in die Saison, kann die Hinrunde in ihrer Gesamtheit als nicht zufriedenstellt bezeichnet. Besonders eine Serie von 13 Spielen ohne Sieg führte zu dem schlechten Tabellenplatz, auf dem sich die Rostocker in diesem Moment befinden. Lediglich dank einer ebenfalls schwächelnden Konkurrenz, befindet sich Hansa noch nicht auf einem der letzten drei Ränge. Oft ist die Winterpause für ein Team auch die Chance, neue Kräfte zu tanken und danach wiedererstarkt in die Rückrunde zu starten. Der Sieg am letzten Spieltag vor Weihnachten über den Chemnitzer FC dürfte überdies dafür sorgen, das zumindest während der Pause keine schlechte Stimmung bei den Spielern herrscht. Gerade im Vergleich zu Teams wie den Stuttgarter Kickers, welche seit 14 Spieltagen keinen erfolg mehr verbuchen konnten, kann dies am Anfang der Rückrunde ein entscheidender Vorteil sein.

Mit Christian Brand zur endgültigen Stabilisierung

Im Zuge der lange anhalten sportlichen Misere sahen sich die Verantwortlichen in Rostock Anfang Dezember dazu gezwungen, auf der Trainerposition einen Wechsel vorzunehmen. Coach Karsten Baumann wurde gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Uwe Klein entlassen, auf ihn folgte Ex-Hansa Spieler Christian Brand. Eine Entscheidung, die gerade aufgrund der sportlichen Misserfolge für Furore sorgte. Bisher verfügt der 43-jährige Brand nämlich über kaum Erfahrung auf der Trainerbank und trat in Deutschland lediglich als einjähriger Trainer von Jahn Regensburg in Erscheinung. Dennoch machten die ersten Spiele unter Brand den Rostocker Anhängern wieder Mut. Es war eine signifikante Steigerung in der Laufbereitschaft und dem Einsatz der Spieler zu vernehmen. Wichtige Attribute für die Rückrunde, denn eines ist die derzeitige Situation auf keinen Fall: Aussichtslos. Denn wie hier auf Fussballwetten.info beschrieben, zählt die 3. Liga zu den ausgeglichensten Ligen Europas, so dass es jeder Mannschaft möglich ist, auch die vorderen Teams zu schlagen.

Was ein Abstieg für den Verein bedeuten würde

Sollte am Ende der Saison trotz etwaiger hochkarätiger Verpflichtungen in der Winterpause, der Abstieg stehen, so hätte das nicht nur sportlich große Auswirkungen. Auch finanziell gäbe es in der Regionalliga Nordost nur wenig zu holen, denn nur selten wird ein Spiel dieser Klasse live im Fernsehen bei Sport 1 übertragen. Herbe finanzielle Einbußen wären die Folge. Auch die Zahl der ansonsten so treuen Rostocker Fans würde in der unbedeutenden Regionalliga wohl nachlassen, sodass alles in allem der finanzielle Gürtel deutlich enger geschnallt werden müsste. Gelänge in der ersten Saison dann nicht der sofortige Wiederaufstieg, wo müssten sich die Rostocker wohl auf eine längere Durststrecke einstellen. Eine Erfahrung, die bereits die Traditionsteams aus Offenbach und Essen gemacht haben, welche beide nach wie vor in der Regionalliga auf Torejagd gehen. Genug Gründe also, um dieses Szenario abzuwenden und auch in der Saison 2016/17 wieder in der Dritten Liga spielen. Das auch die Spieler diese Botschaft verstehen müssen, beweist ein Beispiel aus der vergangenen Saison. Damals lagen die Rostocker auswärts bei den Stuttgarter Kickers bereits in der Pause mit 0:3 zurück, was von den Ultras mit Schweigen und dem Einrollen der Vereinsfahnen quittiert wurde. Eine Maßnahme, die ihre Wirkung damals nicht verfehlt hatte. In der Folge stabilisierte sich die Mannschaft und konnte den Klassenerhalt letztlich ungefährdet erreichen. Ein Ziel, das auch dieses Jahr absolut Priorität haben wird, wenngleich man bei den Fans insgeheim vielleicht doch auf die Rückkehr in Liga 2 gehofft hatte.

Das Beispiel Darmstadt macht Mut

Bei all den Widrigkeiten, die im Fußball trotz guter Leistungen auftreten können, hilft es den Spielern vielleicht, sich das Beispiel Darmstadt 98 vor Augen zu führen. Das Team um Trainer Dirk Schuster, war bereits sportlich in die Regionalliga abgestiegen, als die Insolvenz der Kickers Offenbach den Gang in die Vierte Liga noch verhinderte. Im Jahr danach gelang der Sprung in die 2. Liga und ein Jahr später schließlich die souveräne Meisterschaft in dieser Spielklasse. Der Rest ist Geschichte. Vor allem aber zeigt die Geschichte, das selbst im kommerzialisierten Profifußball noch Wunder möglich sind und selbst mit Spielern aus der Dritten Liga in der Bundesliga bestanden werden kann. Die Bedingungen für einen solchen Vormarsch wären in Rostock alles andere als schlecht. Mit einem Zuschauerschnitt um die vorher genannten 14.000 Anhänger könnte der Verein selbst in der Bundesliga bestehen. Oft war es die mangelnde Konstanz und die im Nordosten kaum vorhandenen Großsponsoren, die verhinderten, das Hansa Rostock nicht nach wie vor in einer der ersten beiden Ligen Fußball spielt. Der mögliche Absturz in die Regionalliga sorgt im Umfeld für zusätzliche Verunsicherung, wenngleich angemerkt werden muss, das ein solcher mit dem aktuellen Kader eher unrealistisch ist. Viel wahrscheinlicher ist, das das Team sich unter dem neuen Coach Christian Brand endlich wieder auf das wesentliche besinnt: Nämlich gut Fußball zu spielen und am Ende die Klasse zu halten.


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